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Sonntag, 11. März 2012

3 nach 9 am 9.März 2012- Radio Bremen: Haben die Zensoren zugeschlagen? Moderatoren: Judith Rakers und Giovanni di Lorenzo

Radio Bremen online Talk im Weserhaus ,Sonntag, 11.März 2012 –Video des Interviews Judith Rakers und Wladimir Kaminer

Haben die Zensoren zugeschlagen, nicht etwa in Weißrussland oder Russland, sondern bei Radio Bremen?

Auf der Homepage von Radio Bremen online findet sich am heutigen Sonntag eine „bereinigte“ Fassung des Interviews mit Wladimir Kaminer.

Es sind die Passagen gestrichen, die bei Giovanni di Lorenzo schon am Freitag für Aufregung gesorgt hatten, wenn dies die Kameraführung auch nur andeutungsweise erahnen ließ.

Wladimir Kaminer sprach in seiner humorvollen, aber auch aufschlussreichen Art über Klischees oder Meinungen vieler Russen über Europa, den Westen und insbesondere Deutschland. Viele Russen hielten- so Kaminer- Deutschland und Europa für dekadent und verweichlicht, das zeige sich, so die Meinung vieler Russen aus der Sicht Kaminers, auch an dem Politiker-Dreigestirn Angela Merkel, Wolfgang Schäuble und Guido Westerwelle: eine Frau, ein Rollstuhlfahrer und ein Schwuler. Viele Russen seien dagegen für eine im Auftreten starke Führung. An dieser Stelle kam der für die Zuschauer nicht hörbare, nur aus der Reaktion Kaminers ablesbare Einspruch di Lorenzos. Wladimir Kaminer schob quasi als Beleg und Beispiel für osteuropäische Sichtweisen die kürzlichen Äußerungen Lukaschenkos über Außenminister Westerwelle nach: Es sei zwar auch nicht schön Diktator genannt zu werden, aber immerhin noch besser als Schwuler zu sein.

Wladimir Kaminer transportierte offensichtlich eine in Osteuropa, vielleicht auch nicht nur dort, verbreitete Sicht auf bundesdeutsches Führungspersonal. Dies war nun offensichtlich, wie die Kürzung des Interviews mit Kaminer im Video auf der Homepage des Senders zeigt, zu viel Außensicht und Transparenz für eine Sendung, die unter dem anspruchsvollen Motto „Unterhaltung zum Mitdenken“ firmiert.

„Politisch Korrekte“ könnten hier möglicherweise von Zensur sprechen oder gar Zensurqualitäten vermuten, die man mit anderem Vorzeichen in Weißrussland oder in den staatlichen Medien Russlands zu schätzen weiß.

Ich meine, damit würde der Vorgang doch etwas überbewertet.

Das gezielte und steuernde Ausblenden von gesellschaftlicher und politischer Realität in unseren deutschen Medien ließe sich sicherlich an weit wichtigeren Beispielen festmachen.

Donnerstag, 6. Januar 2011

Die Anti-Seehofer-Strategie des Hamburger Abendblatt



Am 5.1.2011 brachte das Hamburger Abendblatt einen umfangreichen Artikel „Seehofer und Westerwelle: Zwei Männer, ein Problem“. Das Abendblatt blieb damit bei seiner Anti-Seehofer-Strategie, indem es den CSU-Vorsitzenden in die aktuellen Debatten um einen möglichen Sturz Westerwelles als Parteivorsitzender hineinzuziehen sucht. Die Lage in den beiden Parteien ist dabei kaum vergleichbar.
Soll Seehofer nach bewährtem Muster geschwächt werden, um die Kanzlerin zu stärken?

Freitag, 23. Juli 2010

Hans Ulrich Klose: Koordinator für deutsch-amerikanische Beziehungen


Hans Ulrich Klose ist seit 1983 direkt gewählter Abgeordneter im Wahlkreis Harburg-Bergedorf.

Nun hat er eine zusätzliche Aufgabe übernommen: Koordinator für die deutsch-amerikanischen Beziehungen im FDP-geführten Außenministerium.

Mit Karsten Voigt hatte diese Aufgabe ein ehemaliger SPD-Linker hauptberuflich wahrgenommen. So machten sich Nachrücker auf der Hamburger Landesliste bereits Hoffnungen auf einen Bundestagssitz.

Aber weit gefehlt: Hans Ulrich Klose nimmt diese Aufgabe neben dem Bundestagsmandat wahr.

Nun rätseln viele Harburger und Hamburger politische Funktionsträger, wie das denn wohl mit der Dotierung sei. Dies um so mehr als ganz Findige die Koordinatorenstelle im Personalhaushalt des Außenministeriums gefunden haben: Eine B 9-Stelle, entsprechend Staatsrat in Hamburg.

In der Bundestagsbiographie taucht die Tätigkeit nicht unter den meldepflichtigen Tätigkeiten auf.

Es hätte nahe gelegen, Hans Ulrich Klose Gelegenheit zu geben, auf der Hauptversammlung des Kreises im Mai über seine Arbeit im Bundestag und über die neue Funktion zu berichten.

Dabei hätte Hans Ulrich Klose auch sein Abstimmungsverhalten über das Euro-Rettungspaket von 500 Milliarden Euro mit einem Anteil von 150 Milliarden für die Bundesrepublik Deutschland erläutern können, er hat bekanntlich abweichend von der Fraktionslinie zugestimmt. Wäre doch wohl eine kurze Sachdiskussion Wert gewesen. Übrigens: Wie wird man Koordinator für die deutsch-nordamerikanischen Beziehungen unter einem FDP-Außenminister?

Durch kritische Positionen gegenüber der US-Außenpolitik? Doch wohl kaum.

Aber wie schafft man es als Außenpolitiker der SPD, über Jahre, insbesondere auch in der Zeit des Irak-Krieges und der von den USA ausgehenden Weltfinanzkrise sich nicht oder sehr „verbindlich“ gegenüber den USA zu äußern? Und dies in Phasen, in denen man tendenziell innerparteilich „links“ firmiert, was allerdings ja heute nichts mehr besagt. Dies geht nur, wenn die Parteiorganisationen des Wahlkreises politisch schwach sind und sich zudem auch für Außenpolitik nicht interessieren.

Hans Ulrich Klose weicht Diskussionen eigentlich kaum aus. An ihm kann es also nicht gelegen haben.

Der Kreis Harburg wollte am 8.5.2010 wie es scheint nicht ernsthaft politisch, wenn unvermeidlich dann kurz, diskutieren. Jedenfalls hat er die knapp bemessene Zeit noch zusätzlich eingeengt durch einen Referenten zum Gedenken an das Kriegsende.

Auf Hauptversammlungen sollen Berichte des Kreisvorstandes, der Bezirksfraktion, der Bürgerschaftsabgeordneten, des Bundestagsabgeordneten diskutiert und Wahlen durchgeführt werden.

Wenn man mit Hans Ulrich Klose einen Abgeordneten in wichtigen Funktionen hat, sollte man regelmäßig mit ihm diskutieren, vorausgesetzt es gibt die Kompetenz und die Diskussionskultur. Wenn nicht, sollte man es in der Tat lassen.

Parlamentarischer Untersuchungsausschuss „Cum-Ex-Steueraffäre“-19.August 2022-Befragung Olaf Scholz

Am 19.August 2022, 13.30 Uhr, tagte der PUA „Cum-Ex-Steuer-Affäre"“ im Plenarsaal der Hamburgischen Bürgerschaft. Heute wird der Kanzle...